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DAS BÜCHERHAUS Hermann Wiedenroth
Besthander seit 1 Jahr | 1 Suchstory
Roman „Der Prophet“ von Amalie Schoppe
Sie war eine der ersten Schriftstellerinnen, die aus den Erträgen ihrer Feder eine Familie ernährte, sie förderte den jungen Dramatiker Friedrich Hebbel, in der ersten Auflage der Bibliographie „Erstausgaben deutscher Dichtung“ (Stuttgart 1967) verzeichnen Wilpert/Gühring noch 114 Buchtitel von ihr in über 200 Bänden, aus der zweiten Auflage (Stuttgart 1992) flog sie, inzwischen obsolet geworden, raus: Amalie Schoppe, geb. Weise (1791–1858).

Einige ihrer Kinderbücher tauchen ab und an im Antiquariatsbuchhandel auf, auch der unvermeidliche „Briefsteller für Damen“ (Berlin 1834) in einer der zahlreichen Nachauflagen, aber seit einem Vierteljahrhundert suche ich vergeblich nach einem Leihbibliotheks-Roman, den ich schon zweimal von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel ausgeliehen und gelesen habe, nun jedoch gern auch für meine Sammlung erwerben würde (obwohl ein bibliomanes Teufelchen um die Ecke blinzelt, aber ausleihen und einfach nicht zurückgeben ist absolut indiskutabel):

Der Prophet.
Historischer Roman aus der Neuzeit Nord-Amerikas.
Von Amalie Schoppe, geb. Weise.
3 Bände.
Jena: Luden 1846.

Das ist ein ziemlich langweiliger Unterhaltungsroman: mit dem Propheten ist Joseph Smith gemeint, der Mann, der das wunderliche „Buch Mormon“ angeblich von goldenen Tafeln übersetzte, die ihm ein Engel in einem Wäldchen wies. Smith gründete 1830 eine eigene Kirche, 1839 die Stadt Nauvoo am Ostufer des Mississippi und wurde 1844 ermordet; zwei Jahre später brachen die „Mormonen“ in einem spektakulären Zug auf in Richtung Felsengebirge, wo sie im Salzseetal eine neue Heimat fanden.

Zugleich aber ist Amalie Schoppes Roman der erste fiktionale Text der Weltliteratur über die Mormonen. Erst später folgten Gerstäcker, Möllhausen, Karl May oder die zahlreichen blutrünstigen Wildwest-Groschenhefte, die Themen wie Frauenraub und Vielehe mit Wonne aufgriffen. Und noch viel später schrieb sogar Arno Schmidt einen Aufsatz über das Buch Mormon und die Mormonen, die er auch sonst erstaunlich häufig in seinem Werk erwähnt.

Was ich ausgeben würde? Für ein guterhaltenes, vor allem vollständiges Exemplar, zahle ich einen gehobenen dreistelligen Betrag, für ein taufrisches Exemplar noch mehr.

Ach, und ehe ich's vergesse, „Die Lieder der Mormonin“ von Sidonie Grünwald-Zerkowitz suche ich ebenfalls händeringend, aber nur die erste Ausgabe von 1886 als Papierrolle auf zwei Holzspindeln …

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DAS BÜCHERHAUS wurde 1980 gegründet und sitzt seit 1990 im ehemaligen Wohnhaus
von Dr. Wilhelm Michels, einem der wenigen Freunde von Arno Schmidt. Es steht in Bargfeld, wo Schmidt lebte, nur einen Spaziergang von der Arno Schmidt Stiftung entfernt und hält neben einem reichhaltigen Angebot an Literatur und Kunst besonders die Werke Arno Schmidts und zahlreicher von ihm gepriesener Autoren in Einzel- und Gesamtausgaben vorrätig. Spezialgebiete: Weltliteratur in Erst- und Gesamtausgaben, Autographen, Widmungsexemplare und signierte Bücher, illustrierte Bücher, Pressendrucke, Kunst, Theater,
Musik, Buchwesen

Hermann Wiedenroth
DAS BÜCHERHAUS
Im Beckfeld 48
29351 Bargfeld/Celle
Erstellt vor 1 Jahr
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