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Gute Hände für das Powerbook 170 meines Dichterfreundes
Via Lewandowsky
Besthander seit 26.04.2016 | 2 Suchstories
Gute Hände für das Powerbook 170 meines Dichterfreundes
Ich bin eigentlich kein Sammler. Alles was mir anvertraut wurde oder was ich gesucht habe, hat sich kurz danach verändert. Manchmal bekomme ich gerade deswegen Dinge zugesteckt. Als mir aber neulich ein Freund und Dichter sein erstes Laptop ein altes Powerbook 170 anvertraute, weil es ihm nicht mehr nützlich erschien, stutzte ich. Warum nicht gleich nach Marbach ins Literaturarchiv? Ich konnte unmöglich dieses von Aura beseelte Stück, an dem vermutlich unzählige Gedichte geschrieben, Essays für die Feuilletons des ganzen Landes verfaßt wurden in ein Kunstwerk umfunktionieren. Denn durch die Benutzung meines Dichterfreundes war es ja quasi schon ein Kunstwerk, eine Reliquie. Ich hatte mich schon einmal an einer von einem Kunsthistoriker mir anvertrauten Gesamtausgabe des russischen Nobelpreisträgers Iwan Petrowitsch Pawlow vergangen, in dem ich sie zu einem Militärübungsplatz gebracht hatte, wo die achtbändige leinengebundene Ausgabe fachgerecht zerschossen wurde. Der Stifter der noch recht gut erhaltenen Bücher reagierte sichtlich irritiert. Nein, diesmal suche ich jemand, der mich vor meinen Bestreben alles in Kunst zu überführen, bewahrt. Aus irgendeinem Grund bekam ich kein Netzteil dazu. So konnte ich nicht prüfen, ob es da nicht sogar noch womöglich unveröffentlichte Texte in den Tiefen der Festplatte liegen. Hier sind wahrlich nur die besten Hände gefragt, um sich dieser Verantwortung zu stellen.
Veröffentlicht: 26.04.2016 | Aktualisiert: 26.04.2016
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